Du hast häufig Kopfschmerzen, der Kiefer tut weh, Teile des Gesichts sind taub oder es schmerzt? Dann könnte es sein, dass du unter Kieferverspannungen oder dem CMD Syndrom leidest. CMD steht dabei für kraniomandibuläre Dysfunktionen und ist eine Erkrankung der Muskel- und Gelenkfunktionen des Kiefers. Im folgenden Artikel haben wir für dich die wichtigsten Information rum um das CMD Syndrom und die Kieferverspannungen zusammengestellt.


Kieferverspannungen – was ist das CMD Syndrom?

Unter CMD versteht man eine Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke, die zu großen gesundheitlichen und damit verbunden psychischen Problemen führen können. Unter anderem äußert sich CMD in Schmerzen im Bereich des Kiefers und der Kaumuskulatur. Das können zum Beispiel starke Kieferverspannungen sein aber auch starke Schmerzen, die bei Beanspruchung durch Kauen, Gähnen oder Sprechen noch zusätzlich verstärkt werden. Außerdem haben Patienten mit CMD Probleme den Kiefer weit zu öffnen oder sie schaffen das nur mit Schmerzen. Ein weiteres Symptom sind Geräusche der Kiefergelenke wie beispielsweise Knacken oder nächtliches Zähneknirschen.


Bedingt durch die Kieferverspannungen und die damit verbundenen Schmerzen leiden viele Patienten langfristig, gerade wenn die Krankheit noch nicht erkannt ist, an psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen. Zusätzlich kommt es zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten bedingt durch viele Krankheitstage und eine eingeschränkte Teilnahme am sozialen und gesellschaftlichen Leben. Tatsächlich sind all diese Symptome nicht unbedingt selten, wie eine aktuelle Studie zeigt. Insgesamt leiden 3% der Bevölkerung unter Kiefergelenksschmerzen, 10% unter Kaumuskelschmerzen und 11% unter Gelenkgeräusche. Bei CMD Patienten liegen die Zahlen weit über diesen Werten.

Risikofaktoren für Kieferverspannungen und CMD

Wie bei jeder Krankheit gibt es spezielle Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können, so auch bei CMD. Natürlich müssen diese Faktoren nicht zwingend zu CMD führen, aber schaden kann es auch nicht sie möglichst zu vermeiden. Einer der Hauptrisikofaktoren für CMD ist Stress. Bedingt durch berufliche, soziale und familiäre Belastungen stehen wir heutzutage zunehmend unter Stress. Dieser Stress äußert sich bei manchen Menschen in Zähneknirschen, vor allem während des Schlafens. Dieses Zähneknirschen kann zu Abnutzung und Überanstrengung der Kiefermuskulatur führen. Ein weiterer Grund für Kieferverspannung ist die Okklusion. Okklusion meint den Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und des Unterkiefers. Durch Fehlstellungen der Zähne, Karies oder Erkrankungen des Zahnfleischs kann dieser Kontakt gestört sein, was zu CMD führen kann. Weitere Gründe sind falsche Ernährung, Bewegungsmangel, die Hormone oder mangelnder Schlaf.

Wie sieht die Diagnostik bei CMD aus?

Die Symptome bei CMD sind sehr vielfältig, was in erster Linie der Grund dafür ist, dass die Krankheit meist sehr lange unentdeckt bleibt. Neben Kieferverspannungen klagen Patienten häufig über Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Zahn- und Kieferschmerzen, Ohrenschmerzen oder Taubheitsgefühle im Gesicht. CMD wirkt sich auf den gesamten Körper, die Psyche und den Schlaf aus. Wenn einmal der Verdacht CMD im Raum steht, ist die Diagnostik nicht kompliziert. Sie wird in der Regel von einem Zahnarzt durchgeführt. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch mit der Verwendung von standardisierten Fragebögen werden die Symptome besprochen. Anschließend wird die Kopfregion untersucht. Dazu werden die Zähne, Zahnfleisch, Kiefer, Schleimhäute, Lymphknoten, Okklusion, Kopf- und Kieferbewegungen, Kau- und Kopfmuskulatur, Kiefergelenke und neurologischer Zeichen begutachtet und bewertet. Wenn sich der Verdacht erhärtet, werden Röntgenaufnahmen und weitere Diagnoseuntersuchungen gemacht. Dazu gehört beispielsweise die Elektronische Gelenkbahnregistrierung.

Wie lässt sich CMD behandeln?

CMD und Kieferverspannungen lassen sich mittlerweile schonen und mit reversiblen Maßnahmen gut behandeln. Wichtig um CMD behandeln zu können, ist natürlich die korrekte Diagnosestellung sowie eine gründliche Ursachenforschung. Die ideale Therapie ist eine Kombination aus Selbstbehandlung und medizinischer Therapiemöglichkeiten. Die Selbstbehandlung umfasst zum einen eine geeignete Ernährung, insbesondere weiche Nahrung zum anderen Massageübungen. Hilfreich sind auch Wärme- und Kälteanwendungen, Entspannungstechniken, Atemübungen, Sport oder Stressmanagement. Dabei ist es wichtig den Ursachen der Erkrankung auf den Grund zu gehen und sich selber zu hinterfragen.

Medizinisch werden Kieferverspannungen mit einer sogenannten Okklusionsschiene vom Zahnarzt behandelt. Okklusionsschienen sind durchsichtige Plastikschienen, die Kontaktprobleme zwischen den Zähnen des Ober- und des Unterkiefers ausgleichen sollen. Ein Fehlbiss wird so korrigiert. Dadurch soll eine Entlastung der Kiefergelenke und eine Entspannung der Muskulatur herbeigeführt werden. Zusätzlich zu den medizinischen und eigenständigen Behandlungen wird oft eine Psychotherapie empfohlen oder auch gezielt tägliche Entspannungsmaßnahmen empfohlen um Verspannungen, die durch Stress entstehen, zu lösen. In wenigen seltenen Fällen helfen eine kieferorthopädische oder chirurgische Behandlung sowie eine medikamentöse Behandlung mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln.

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